Bastian zeigt in seiner SEOkomm-2023-Keynote, warum KI gerade jetzt so rasant Fahrt aufnimmt – und was das für Suche, SEO und Unternehmen bedeutet. Er erklärt, wie Embeddings und Vektordatenbanken Migrationen sauber automatisieren (z. B. Redirect-Mapping), ordnet Googles SGE mit neuen SERP-Layouts und weniger Klicks ein und blickt auf Agenten und das mögliche Ende der «Ten Blue Links».
Bastian Grimm gilt als renommierter Experte für Enterprise SEO im internationalen Kontext sowie für KI im Digital Marketing. Mit mehr als 25 Jahren Erfahrung in diesem Bereich wurde er 2019 bei den European Search Awards als „Search Personality of the Year“ ausgezeichnet. Bastian weiß, worauf es im internationalen Marketing ankommt: Nicht nur effiziente Prozesse, sondern vor allem ein umfassendes Verständnis der Zielmärkte sind entscheidend – sowohl auf sprachlicher Ebene als auch in kultureller Hinsicht.
In seiner Keynote zeichnet Basti ein klares Bild: Künstliche Intelligenz steht für einen tiefgreifenden technologischen Umbruch, der Arbeit, Bildung und Alltag nachhaltig verändern wird. Weil KI für viele abstrakt bleibt, entstehen Unsicherheit und „Doomsday“-Szenarien. Um das greifbarer zu machen, erklärt er, warum die Entwicklung gerade jetzt so stark beschleunigt: riesige Datenmengen als Trainingsbasis, deutliche Fortschritte im Deep Learning sowie günstige, skalierbare Cloud- und Infrastrukturressourcen.
Als konkreten, sofort nutzbaren Anwendungsfall nimmt Basti das klassische Problem bei Website-Migrationen: Weiterleitungen gehen fast immer schief – mit Listen, Excel-Mappings, unklaren Zielseiten und am Ende Soft-404-Problemen. Sein Vorschlag: Inhalte der alten URLs crawlen, daraus Embeddings erzeugen und in einer Vektordatenbank speichern. Über semantische Suche lässt sich dann für jede alte Seite der beste thematische Match auf der neuen Struktur finden. Ergebnis: skalierbare Redirect-Mappings mit deutlich weniger manuellem Aufwand – und erweiterbar für interne Verlinkung oder Content-Gap-Analysen.
Der zweite Blick geht auf das Umfeld: Regierungen versuchen KI zu regulieren (in den USA per schneller Verfügung, in Europa mit dem AI Act). Gleichzeitig treiben Tech-Konzerne den Wettbewerb mit massiven Investitionen und strategischem Druck voran. Unternehmen reagieren oft mit FOMO und hektischen KI-Strategien. Besonders spannend findet Basti die Dynamik bei Google: Obwohl „AI-first“ lange ausgerufen wurde, wirkte Google durch den Marktdruck neuer Chat-Interfaces zeitweise überholt und brachte teils unfertige Produkte schneller als gewohnt.
Im Zentrum steht Googles Search Generative Experience (SGE): Ein großes, KI-generiertes Snippet „above the fold“ mit Quellen, neuen Ergebnis-Boxen, Bildern und Konversationsmodus – bevor die klassischen organischen Treffer kommen. Das wirft neue SEO-Fragen auf: Wie rankt man in den neuen Boxen? Welche Rolle spielen Bilder? Wie optimiert man den Snippet-Inhalt, wenn Quellen und Darstellung dynamisch wechseln? Gleichzeitig bleiben Unsicherheiten: Rollout-Logik, Query-Abdeckung, regionale Verfügbarkeit und echte Performance-Daten.
Basti betont Grenzen heutiger Sprachmodelle: Halluzinationen sind architekturbedingt, weil transformerbasierte Modelle Wahrscheinlichkeiten vorhersagen und danebenliegen können – harmlos bei Produktdetails, gefährlich bei sensiblen Themen. Er beschreibt, wie Google mit Features wie „While Browsing“ (Seiten-Zusammenfassungen und Sprungmarken) und „About the Source“ versucht, Vertrauen und Nutzungsführung zu stärken – und wie dadurch der klassische Traffic-Deal („Inhalte gegen Klicks“) weiter erodiert.
Zum Schluss skizziert Basti die nächste Stufe: Agenten, die Ziele entgegennehmen und Aufgaben selbstständig planen, priorisieren und abschließen – von Recherche bis Terminfindung oder Buchungen. Das verändert nicht nur Workflows, sondern auch Rankings, weil „Suchen“ zunehmend delegiert wird. Seine Quintessenz: Wir bewegen uns in Richtung One-Stop-Sucherlebnis, stärkerer Personalisierung und weniger Bedarf an zehn Links, wenn eine gute Antwort reicht. Für SEOs bedeutet das: weg von austauschbarem Commodity-Content, hin zu echten Mehrwerten, Perspektiven, Vertrauen – und zur Vorbereitung auf eine Suchwelt, in der die Ten Blue Links zunehmend verschwinden.
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